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Presseschau: "Kirche braucht wagemutige Demut"

Pfaffenhofen (PK) Nach fast zwölf Jahren ist Pfarrerin Christiane Murner gestern Nachmittag mit einem Festgottesdienst von der evangelischen Gemeinde Pfaffenhofen verabschiedet worden.

 

Nachdem vor einer Woche an gleicher Stelle der neue Geistliche Jürgen Arlt offiziell in sein Amt eingeführt worden war, stand für die Protestanten der Kreisstadt nun eine weitere wichtige Personalie an: Christiane Murner - ihre Beliebtheit unter den Gläubigen wurde schon deutlich anhand der berstend vollen Kreuzkirche, wo selbst Stehplätze knapp waren - verabschiedete sich gestern nach Neumarkt in der Oberpfalz. Dort tritt die 51-Jährige im März ihr neues Amt als Dekanin an.

"Ein junges Pfarrerehepaar mit drei kleinen Kindern", sei vor zwölf Jahren nach Pfaffenhofen gekommen, erinnerte der Ingolstädter Dekan Thomas Schwarz an Christiane und Michael Murners berufliche Anfänge. Ihr Mann wechselte kurz darauf in den Schuldienst, sie übernahm die Geschäftsführung der Gemeinde. In den "Stürmen des Gemeindelebens" habe sich die Pfarrerin bewährt, diese "gemeistert und gesteuert" und sie habe "Anleitungskompetenz erworben bei der Betreuung der jungen Vikare", die in der Gemeinde während ihrer Ausbildung Station machten. Auch das umfangreiche Bau- und Sanierungsprogramm, das unter Murners Ägide an Kirche und Gemeindezentrum vollendet wurde, fand Würdigung.

Lokale Prominenz aus Politik und Gesellschaft gab der Geistlichen zu ihrer offiziellen Entpflichtung durch den Dekan die Ehre: unter anderem Landrat Martin Wolf (CSU), Bürgermeister Thomas Herker (SPD), der katholische Stadtpfarrer Albert Miorin. Auch ihre evangelischen Kollegen aus dem Landkreis nutzten die Gelegenheit, sich von Christiane Murner zu verabschieden.

Dazu muss man wissen: Selbst wenn es für sie nicht die Chance des beruflichen Aufstiegs und des damit verbundenen Umzugs nach Neumarkt gegeben hätte, wären ihre Tage in Pfaffenhofen wohl gezählt. Anders als bei katholischen Pfarrern, über deren Verbleib in einer Gemeinde der Bischof entscheidet, wird bei den evangelischen Kollegen in einer ungeschriebenen Regel erwartet, dass sie sich nach rund zehn Jahren um einen Wechsel bemühen.

In ihrer letzten Predigt in der Kreuzkirche zeigte Christiane Murner noch einmal, worin ihre ganz besondere Begabung als Theologin liegt: lebensnahe Themen als Inhalt auszuwählen, eine klare und präzise Sprache zu benutzen sowie Präsenz und Begeisterung im Auftreten an die Gottesdienstbesucher zu vermitteln.

Die Szene aus Matthäus 14 war Inhalt der Ausführungen: Die Jünger auf dem sturmgepeitschten See Genezareth, Petrus, der aus dem Boot klettert, um über das Wasser auf Jesus zuzulaufen - doch dann, nach einem Moment der "Kleingläubigkeit", droht er unterzugehen und wird im letzten Augenblick von Jesus vor dem Ertrinken gerettet. "Glauben ist Vertrauen und ein lebenslanger Lernprozess", erläuterte Christiane Murner die Bibelstelle.

Im weiteren Teil der Predigt ging es dann um die Erinnerung der Pfarrerin an einen ihrer Konfirmanden - war doch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer ein Aspekt, der ihr bei ihrer Tätigkeit besonders am Herzen lag. Seine Eltern hatten sich kurz zuvor getrennt und nun haderte der Bub mit der Frage, ob er denn den Papa und dessen neue Freundin zu der Feier einladen solle und ob das die Mama nicht traurig machen würde.

Der Abschluss der Predigt war zwar eher allgemein gesellschaftspolitisch, aber nicht minder eindringlich gehalten: "Ohne wagemutige Demut wird unsere Kirche in Zukunft nicht auskommen. Die Kirche darf nicht im sicheren Hafen verharren." Bei ihr war das ganz bestimmt nicht der Fall, hielt sie ihre Gottesdienste ja auch schon mal im Volksfestzelt oder während der Hopfenernte ab.

Ein buntes musikalisches Programm bildete den Rahmen dieses Festgottesdienstes. Hinter dem Altar hatten die aktuellen Konfirmanden als Chor Aufstellung genommen. Geboten wurde Musik von Crossmusic und Band Skylight unter der Leitung von Hansi Schutte. Oben, auf der Empore, versammelte sich der Posaunenchor, geführt von Reinhard Greiner.



Als Abschiedsgeschenk zur Entpflichtung überreichte Dekan Schwarz Christiane Murner dann ein gerade im Lutherjahr 2017 besonders passendes Geschenk: ein Buch über 500 Jahre Reformation - gedenkt Christiane Murner doch, sich zu diesem Thema auch an ihrer neuen Wirkungsstätte intensiv einzubringen. Nach dem Festgottesdienst gab es dann für die Gemeinde noch einen Stehempfang, um persönlich Abschied nehmen zu können.