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Lieder der Reformation

Martin Luther hat seinen Friedens-Choral aus aktuellem Anlass geschrieben. (Evangelisches Gesangbuch 421) Die Türken bedrohen das Abendland. Anfang Mai 1529 hat sich eine gigantische Streitmacht von 150.000 Mann unter der Führung von Suleiman dem Prächtigen in Konstantinopel auf den Weg gemacht. Im September erreichen sie Wien, den sogenannten »Goldenen Apfel« der Christenheit. Wenige Tage später ist Wien eingeschlossen.

Damit droht nicht nur eine verheerende kriegerische Konfrontation und wirtschaftliche Katastrophe, sondern das ist auch eine Anfechtung für Glauben und Leben der Christen. In Wittenberg führt Luther Gebetszeiten ein, die Glocken läuten zu bestimmten Tageszeiten das »Pro pace« — »Für den Frieden«. Und er übersetzt die lateinische Antiphon  »Da Pacem Domine« aus dem 9. Jahrhundert zu unserem »Verleih uns Frieden gnädiglich«.
Wien ist gerettet
1529 geschieht das Unvorhergesehene. Die hoch überlegenen türkischen Truppen brechen den Angriff ab — wie durch ein Wunder. Wien ist gerettet und damit das Abendland. »Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine«, textet Martin Luther. Er nimmt damit Bezug auf einen Ausspruch von Mose. In einer schier ausweglosen Lage hatte Mose zu dem verzweifelten Volk Israel gesprochen (2. Mose 14,14): »Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.«
Gott streitet für die Seinen
Die Bibel und die Weltgeschichte sind voll von Begebenheiten, wo Gott für die Seinen streitet und ihnen aus notvollen Situationen heraushilft. In Psalm 147 heißt es: »Er schafft deinen Grenzen Frieden« (Psalm 147,14). Gott ist kein kriegerischer Gott, sondern ein »Gott des Friedens« (1. Thess. 5,23 u.a.). Es geht um einen umfassenden Frieden für Leib und Seele; um Gerechtigkeit im Inneren und Äußeren, um Schalom.
Aus göttlichem Frieden schöpfen Christen in ökumenischer Verbundenheit Kraft und Zuversicht, um für den Frieden hier auf Erden einzutreten und zu beten. Der »Gott des Friedens« macht sie zu »Friedensstiftern« (Matthäus 5,9).

»Wer singt, betet doppelt«. Diese Aussage vom Kirchenvater Augustinus aus dem vierten Jahrhundert gilt sicher auch heute noch.